Kaum ein Schmetterling zieht die Blicke so auf sich wie der Admiral mit seinen leuchtend roten Binden auf dunkelbraunen Flügeln. Der Admiral Schmetterling (Vanessa atalanta) legt jedes Jahr tausende Kilometer zurück und gilt als einer der bekanntesten Wanderfalter Mitteleuropas. Wer ihn einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht – und wer mehr über seine Lebensweise erfahren möchte, findet hier einen verlässlichen Steckbrief.

Wissenschaftlicher Name: Vanessa atalanta ·
Familie: Edelfalter (Nymphalidae) ·
Flügelspannweite: 50–65 mm ·
Lebensdauer (Adult): 2–4 Wochen ·
Gefährdungsstatus: Ungefährdet

Kurzüberblick

1Bestätigte Fakten
2Was unklar ist
  • Genauer Überwinterungsort einzelner Populationen
  • Auswirkungen des Klimawandels auf Zugverhalten und Bestand
  • Ob blaue Farbvarianten natürlich vorkommen
  • Ob die rote Binde bei allen Individuen gleich stark ausgeprägt ist
  • Ob die Art durch Lichtverschmutzung beeinträchtigt wird
  • Ob die Flügelspannweite mit der geografischen Breite variiert
  • Ob die Raupe auch andere Pflanzen frisst (widersprüchliche Berichte)
  • Ob die Populationsdichte in Deutschland zunimmt oder abnimmt
3Zeitleisten-Signal
  • Frühjahr (März–Mai): Rückkehr aus Südeuropa, erster Falterflug
  • Sommer (Juni–August): Fortpflanzung, Raupenentwicklung, zweite Generation
  • Herbst (September–Oktober): Zug nach Südeuropa, Nutzung von Fallobst
  • Winter (November–Februar): Überwinterung in Südeuropa als Falter
4Wie es weitergeht
  • Forschung zu Klimawandel-Effekten auf die Wanderung (NABU – Wanderfalter)
  • Gartenförderung mit Brennnesseln und Sommerflieder (NABU – Wanderfalter)
  • Bürgerwissenschaftliche Projekte zur Bestandserfassung (NABU – Wanderfalter)

Acht Daten aus dem Steckbrief des Admirals – eine Reihe, die zeigt, wie anpassungsfähig dieser Schmetterling ist.

Merkmal Wert
Wissenschaftlicher Name Vanessa atalanta
Familie Edelfalter (Nymphalidae)
Flügelspannweite 50–65 mm
Lebensdauer (Adult) 2–4 Wochen
Nahrung Nektar, Fallobst
Raupenfutterpflanze Brennnessel
Gefährdungsstatus Ungefährdet
Wanderverhalten Ja, Zugfalter
Die Tabelle basiert auf Angaben von NABU und Mein schöner Garten.

Sind Admiral-Schmetterlinge selten?

Aktuelle Bestandssituation in Deutschland

  • Der Admiral ist nicht selten, sondern ein regelmäßiger Wanderfalter, der alljährlich weite Strecken zurücklegt (NABU – Artenporträt).
  • Der Bestand schwankt jährlich je nach Witterung – in warmen Jahren sind mehr Falter unterwegs (NABU NRW – Tagfaltermonitoring).
  • Auf der Roten Liste Deutschlands wird der Admiral als ungefährdet geführt (NABU – Rote Liste).

Warum der Admiral nicht als gefährdet gilt

Anders als viele spezialisierte Falterarten ist der Admiral ein Generalist. Seine Raupen fressen an Brennnesseln – einer Pflanze, die in ganz Mitteleuropa häufig vorkommt. Die erwachsenen Tiere nutzen ein breites Nahrungsspektrum von Nektar bis Fallobst. Das macht ihn widerstandsfähig gegenüber lokalen Veränderungen. Die Implikation: Der Admiral profitiert von seiner Flexibilität, während spezialisierte Arten unter der Intensivierung der Landwirtschaft stärker leiden.

Was das bedeutet

Für Naturfreunde in Deutschland: Wer einen Admiral im Garten sieht, beobachtet keinen Exoten, sondern einen Alleskönner, der sich anpassen kann – solange Brennnesseln und blühende Pflanzen vorhanden sind.

Die Bestandszahlen zeigen, dass der Admiral von seiner Anpassungsfähigkeit profitiert.

Wie lange lebt ein Admiral-Schmetterling?

Lebensdauer der erwachsenen Falter

  • Erwachsene Admirale leben im Sommer 2 bis 4 Wochen (Mein schöner Garten – Porträt).
  • Überwinternde Falter – die im Herbst in Südeuropa Schutz suchen – können deutlich länger leben, da ihre Stoffwechselaktivität ruht (NABU – Artenporträt).

Entwicklungsdauer von Ei bis Falter

Der gesamte Lebenszyklus – von der Eiablage über die Raupe bis zum ausgewachsenen Falter – dauert bei günstigen Bedingungen etwa 2 bis 3 Monate. Das bedeutet, dass in Mitteleuropa pro Jahr zwei, manchmal drei Generationen möglich sind (LBV – Artenporträt). Die erste Generation schlüpft im Mai, die zweite im August.

Der Haken: Nur die letzte Generation wandert im Herbst nach Süden – die im Frühsommer geschlüpften Falter bleiben in der Region und sterben nach wenigen Wochen.

Was frisst der Admiral?

Nahrung der erwachsenen Falter

  • Erwachsene Admirale saugen Nektar aus Blüten, besonders gern an Sommerflieder, Disteln und Schmetterlingsflieder (LBV – Artenporträt).
  • Sie nehmen auch überreifes Fallobst und andere zuckerhaltige Substanzen an (LBV – Artenporträt).

Nahrungspflanzen der Raupen

Die Raupen des Admirals sind wählerisch: Sie fressen fast ausschließlich Blätter der Brennnessel (Schwarzwald-Informationen – Artenporträt). Das ist ein Grund, warum Brennnesseln im Garten nicht nur Unkraut sind, sondern wichtige Futterpflanzen.

Was das bedeutet: Wer den Admiral fördern will, muss Brennnesseln stehen lassen und blütenreiche Stauden pflanzen. Der Falter bedankt sich mit regelmäßigen Besuchen.

Wo überwintert der Admiral-Schmetterling?

Überwinterung in Mitteleuropa

  • Der Admiral überwintert als erwachsenes Individuum. Die meisten Falter ziehen im Herbst nach Südeuropa (NABU – Wanderfalter).
  • In milden Wintern können manche Admirale auch in Deutschland überleben – sie suchen geschützte Orte wie Baumhöhlen oder Gebäude (NABU NRW – Tagfaltermonitoring).

Zugverhalten nach Süden

Der Admiral ist ein klassischer Wanderfalter. Die im Spätsommer schlüpfende Generation flieht vor der Kälte und legt dabei hunderte bis tausende Kilometer zurück. Ziel sind die Mittelmeerregionen. Im darauffolgenden Frühjahr kehren die Falter – oder ihre Nachkommen – zurück nach Mitteleuropa (NABU – Artenporträt).

Das Muster: Es ist ein Kreislauf aus Flucht und Wiederbesiedlung – und ein eindrucksvolles Naturphänomen, das jedes Jahr aufs Neue stattfindet.

Sind rote Admiräle freundlich?

Verhalten gegenüber Menschen

  • Admirale gelten als zutraulich und setzen sich mitunter auf Menschen – vermutlich um Wärme zu tanken oder Salz zu sich zu nehmen (NABU – Artenporträt).
  • Sie sind nicht aggressiv und stechen nicht. Die Berührung ist völlig ungefährlich.

Zutraulichkeit und Neugier

Der Admiral ist bekannt dafür, dass er sich auf der Hand oder der Schulter niederlässt. Das liegt nicht an Zuneigung, sondern an seinem Wärmebedarf: Schmetterlinge sind wechselwarm und suchen oft warme Oberflächen. Manchmal lockt auch der Schweißgeruch, der Mineralien verspricht (LBV – Artenporträt).

Der Trade-off: Die Zutraulichkeit macht den Admiral zu einem beliebten Fotomotiv, birgt aber auch die Gefahr, dass Menschen die Falter stören, wenn sie sie immer wieder aufnehmen.

Zeitleisten-Signal: Das Wanderjahr des Admirals

Die Wanderung des Admirals folgt einem jahreszeitlichen Rhythmus:

Zeitraum Ereignis
Frühjahr (März–Mai) Rückkehr aus Südeuropa, erster Falterflug
Sommer (Juni–August) Fortpflanzung, Raupenentwicklung, zweite Faltergeneration
Herbst (September–Oktober) Zug nach Südeuropa, Nutzung von Fallobst
Winter (November–Februar) Überwinterung in Südeuropa als Falter

Die Konsequenz: Nur wer die Jahreszeiten kennt, kann den Admiral gezielt beobachten – im Frühjahr die Rückkehrer, im Herbst die Abreisenden.

Bestätigte Fakten und offene Fragen

Bestätigte Fakten

  • Admiral ist ein Wanderfalter (NABU – Artenporträt)
  • Nahrungspflanze der Raupe ist die Brennnessel (LBV – Artenporträt)
  • Erwachsene Falter leben 2–4 Wochen (Mein schöner Garten – Porträt)
  • Rote Binden auf dunkelbraunem Grund sind das Erkennungsmerkmal (Wikipedia – Der Admiral)

Was unklar ist

  • Genauer Überwinterungsort einzelner Populationen
  • Auswirkungen des Klimawandels auf Zugverhalten und Bestand
  • Ob blaue Farbvarianten natürlich vorkommen (Biologie-Schule.de – Steckbrief meldet sie, aber nicht bestätigt)
  • Ob die rote Binde bei allen Individuen gleich stark ausgeprägt ist
  • Ob die Art durch Lichtverschmutzung beeinträchtigt wird
  • Ob die Flügelspannweite mit der geografischen Breite variiert
  • Ob die Raupe auch andere Pflanzen frisst
  • Ob die Populationsdichte in Deutschland zunimmt oder abnimmt

Die Kombination aus gesicherten Fakten und offenen Fragen macht den Admiral zu einem spannenden Forschungsobjekt.

Expertenstimmen

„Der Admiral ist ein typischer Wanderfalter, der jedes Jahr weite Strecken zurücklegt.“

– NABU – Artenporträt

„Der Admiral (Vanessa atalanta) ist ein weit verbreiteter Schmetterling der nördlichen Hemisphäre.“

Wikipedia – Der Admiral

Beide Quellen bestätigen: Der Admiral ist kein seltener Exot, sondern ein vertrauter Gast in unseren Gärten – und ein beeindruckender Globetrotter.

Ein umfassender Steckbrief zum Admiral-Schmetterling liefert weitere spannende Einblicke in seine Lebensweise und Besonderheiten.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Admiral-Schmetterlinge züchten?

Ja, es ist möglich, Admirale aus Raupen aufzuziehen. Dafür benötigt man frische Brennnesseln als Futter. Die Aufzucht ist relativ einfach, sollte aber mit Bedacht erfolgen, um die Tiere nicht zu gefährden (Schmetterlinge aufziehen – Ratgeber).

Sind Admiral-Schmetterlinge giftig?

Nein. Admirale sind für Menschen völlig ungiftig. Sie haben keine Abwehrmechanismen wie Stacheln oder Giftdrüsen und sind harmlos.

Welche Pflanzen locken Admiral-Schmetterlinge an?

Erwachsene Admirale fliegen auf Sommerflieder, Disteln, Schmetterlingsflieder und überreifes Fallobst. Für die Raupen sind Brennnesseln unverzichtbar (LBV – Artenporträt).

Wann fliegen Admiral-Schmetterlinge?

In Deutschland sind Admirale von Mai bis Oktober aktiv. Die Hauptflugzeit liegt im August (NABU – Artenporträt).

Warum heißt der Admiral Admiral?

Der Name leitet sich vermutlich von den roten Binden ab, die an die Rangabzeichen eines Admirals erinnern sollen. Die Bezeichnung ist seit dem 18. Jahrhundert belegt.

Wie unterscheidet man Admiral von Tagpfauenauge?

Das Tagpfauenauge hat große Augenflecken auf den Flügeln, während der Admiral klare rote Binden ohne Augenmuster trägt. Beide gehören zu den Edelfaltern, sind aber leicht zu unterscheiden (NABU – Artenporträt).

Welche Fressfeinde hat die Admiral-Raupe?

Vögel, Spinnen und Schlupfwespen zählen zu den natürlichen Feinden der Raupen. Auch die Larven von Schwebfliegen können Raupen angreifen.

Diese Fragen zeigen, wie vielseitig das Interesse am Admiral ist.

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Der Admiral teilt mit diesen Themen den Bezug zur Natur und Umwelt.

Für Naturbeobachter in Deutschland ist die Botschaft klar: Wer im Garten Brennnesseln stehen lässt und blühende Stauden pflanzt, wird den Admiral jedes Jahr willkommen heißen können. Die Alternative wäre, auf eine der wenigen regelmäßigen Begegnungen mit einem Wanderfalter zu verzichten – ein Verlust, der vermeidbar ist.